Denglisch

Denglisch

Für die einen ist es nicht der Rede wert, für die anderen dagegen ein großes Ärgernis – der Gebrauch von Denglisch spaltet seit Jahren die Gemüter. Immer mehr englische Wörter und grammatikalische Wendungen finden den Weg in die deutsche Sprache und setzen sich teilweise durch, obwohl zahlreiche Alternativen vorhanden sind.

Der Ausdruck “Denglisch”, der sich für dieses Phänomen herausgebildet hat, ist ein sogenanntes Kofferwort, das sich aus “Deutsch” und “Englisch” zusammensetzt und mindestens seit den frühen sechziger Jahren in Gebrauch ist. Zu einem vieldiskutierten Thema wurden die vielen Anglizismen allerdings erst in den neunziger Jahren, als der Gebrauch von Denglisch durch die Verbreitung von Computern und Internet gefühlt zunahm und der Sprachwandel ein viel diskutiertes Thema wurde.

Was ist Denglisch?

Shoppen gilt als typisch denglisches Wort.

Shoppen gilt als typisch denglisches Wort.

Bekannte Beispiele für Anglizismen, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten im Deutschen durchgesetzt haben, sind unter anderem:

  • downloaden (statt “herunterladen”)
  • Shop (statt “Geschäft”)
  • Sale (statt “Verkauf” oder “Schlussverkauf”)
  • canceln (statt “absagen”)

Daneben existieren auch sogenannte Pseudoanglizismen, die zwar englisch klingen, in Wahrheit aber im Englischen gar nicht in Gebrauch sind:

  • Handy (auf Englisch “mobile phone” oder “cell phone”)
  • Beamer (auf Englisch “projector”)

Auch einige grammatikalische Konstruktionen werden immer wieder als Denglisch kritisiert, darunter etwa:

  • Sinn machen (statt “Sinn ergeben” oder “sinnvoll sein”)
  • Geld machen (statt “Geld verdienen”)
  • in 2003 (statt “2003”)
  • etwas erinnern (statt “sich an etwas erinnern”)

Viele dieser Ausdrücke haben sich mittlerweile im Deutschen so weit durchgesetzt, dass sie teilweise gar nicht mehr als Anglizismen empfunden werden.

Was bedeutet Denglisch für die deutsche Sprache?

Der vermehrte Gebrauch von Anglizismen hat verschiedene Folgen für die deutsche Sprache. Ein großes Problem stellt er teilweise für Menschen dar, die des Englischen nicht mächtig sind und mit den neuen Wörtern nichts anfangen können – obwohl sich die Bedeutungen lernen lassen, fühlen sich viele durch Denglisch ausgegrenzt und leiden unter dem Gefühl, die eigene Muttersprache nicht mehr zu verstehen. Dies betrifft weniger die Jugendlichen und ihren Sprachgebrauch, als alte Menschen. Besonders im Marketing werden zudem oft auch Anglizismen neu gebildet, die überhaupt keinen Sinn zu ergeben scheinen und als purer Modegag wahrgenommen werden. In technischen Bereichen wird die Verwendung von Anglizismen dagegen oft sogar als positiv empfunden, da sie die internationale Zusammenarbeit erleichtern kann.

Der Kampf gegen Denglisch

Viele Probleme, die Denglisch mit sich bringt, lassen sich recht einfach vermeiden: Oft existieren bereits deutsche Wörter, die sich problemlos anstelle von Anglizismen verwenden lassen. Auch deutsche Neubildungen können teilweise erfolgreich sein, so konnte sich etwa das (vorher unbekannte) Wort “Datei” schnell gegen das englische “File” durchsetzen. Es lohnt sich allerdings dabei, nicht jeden Anglizismus von vorne herein zu verdammen: Immer wieder haben sich Fremdwörter im Laufe der Zeit auch als Bereicherung für die deutsche Sprache entpuppt, die vorher unbekannte Sachverhalte treffend auf den Punkt bringen.

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