Neologismen – Neue Wörter

Neologismen sind neu eingeführte oder neuartig gebrauchte sprachliche Ausdrücke, die zu einem gewissen Grad usuell und lexikalisiert sind, aber vom Sprecher noch als neu empfunden werden.

Als Neologismen bezeichnete sprachliche Neuprägungen folgen meist den üblichen Regeln der Wortbildung. In diesem Sinne gibt es entlehnte Wortschöpfungen, wie zum Beispiel Hacker, Wortneubildungen, die durch metaphorische Bedeutungsübertragung ins Leben gerufen werden oder Neologismen, die durch Wortkreuzungen, die auch Kontaminationen genannt werden, entstehen. Ein Beispiel hierfür ist das Wort Teuro, das aus der Kombination von teuer und Euro entstand. Weitere Wörter, die in diese Kategorie fallen sind Brunch (breakfast und lunch), Denglisch (deutsch und englisch), Jein (ja und nein) oder Merkozy (Merkel und Sarkozy). Oftmals verfügt diese Art Wortneuschöpfung über einen humoristischen Effekt, was sich oftmals die Werbesprache zu nutze macht.

Typen von Neologismen

Man kann in drei Typen von Wortneubildungen unterscheiden: Zum einen werden Wörter für neue Vorgänge oder Gegenstände gebildet, wie beispielsweise twittern. Zum anderen entstehen Wortneubildungen durch Bedeutungsübertragungen, wofür das Wort Computervirus ein Beispiel ist. Zuletzt werden bereits existierende Sachverhalte mit neuen Bezeichnungen belegt, wie man es bei dem Wort Auszubildender beobachten kann, das das Wort Lehrling ersetzt.

Warum entstehen Neologismen?

Innerhalb von lebendigen Sprachen werden ständig neue Wörter gebildet und somit der bereits vorhandene Wortschatz erweitert. Besonders in der deutschen Sprache, die die Bildung von komplexen Komposita zulässt, entstehen täglich neue Wortbildungen. Meist werden sie gebildet um neuartige Gegenstände zu bezeichnen oder Sachverhalte punktgenau beschreiben zu können. Außerdem kann politische Korrektheit eine Rolle spielen, wie es das Beispielwort Studierende belegt, das geschlechtsneutral ist und anstelle von dem Wort Studenten benutzt wird. Allgemein kann man sagen, dass Neologismen dazu dienen Benennungslücken zu schließen.

Vom Okkasionalismus zum Neologismus

Unter Okkasionalismus versteht man Wörter, die durch spontane Gelegenheitsbildungen entstehen, jedoch nicht gebräuchlich genug sind, um lexikographisch erfasst zu werden. Erst wenn sich eine solche Wortneuschöpfung in der Sprache etabliert, verbreitet und schließlich auch in ein Lexikon aufgenommen wird, handelt es sich um einen Neologismus. Als Kriterium gilt, dass die Wortschöpfung von den Nutzern der Sprache als neuartig empfunden wird. Deshalb kann der Zeitpunkt entscheidend sein, zu dem man eine Sprache betrachtet, wenn es um die Bezeichnung von Neologismen geht.

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